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Wie Corona den Strompreis beeinflusst

wie Corona den Strompreis beeinflusst

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Obwohl Deutschlands Strompreise bereits zu den weltweit höchsten zählen, steigen sie seit Jahren kontinuierlich an. Auch in der aktuellen Corona Krise ist ein weiterer Anstieg wahrscheinlich, obwohl der Strompreis an der Leipziger Börse sinkt. Das belastet im Endeffekt den Geldbeutel aller Verbraucher. Vor allem Arbeitnehmer, die sich jetzt im Home-Office befinden, werden den Strompreisanstieg deutlich zu spüren bekommen.

Auswirkungen der Pandemie auf die Stromrechnung

Corona und die damit einhergehende weltweite Pandemie führt zu einigen Veränderungen. Geschäfte und Betriebe schließen im Lockdown. Arbeitnehmer werden deshalb bei Möglichkeit ins Homeoffice geschickt. Aber auch die Mehrheit der Bevölkerung soll oder muss nun zuhause bleiben. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Stromrechnung. Mehr Zeit zuhause bedeutet dann automatisch auch einen höheren Stromverbrauch. Elektrogeräte wie Computer für das Homeoffice oder auch die Nutzung des Herds in der Mittagspause lassen den Verbrauch weiter ansteigen. Das führt wiederum zu einer höheren Stromrechnung.

Aktueller Strompreis

Dazu kommt, dass eine weitere Erhöhung des Strompreises erwartet wird. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 steigt der Preis laut statistischem Bundesamt um weitere 6,8 Prozent. Das treibt die Stromrechnung in die Höhe, was für viele in der momentanen Situation durch Kurzarbeit oder sogar Werksschließungen drastische finanzielle Folgen mit sich bringt.

Weniger Verbrauch, mehr Strom

Der Strompreis wird durch Angebot und Nachfrage an der Leipziger Börse bestimmt. Ein günstiger Preis entsteht also dann, wenn viel Strom in das Netz eingespeist wird und gleichzeitig der Stromverbrauch sinktSo liegt es momentan:

Durch die Coronakrise sowie der damit einhergehende Lockdown bleiben viele Betriebe geschlossen und auch die Industrie steht nahezu still. Das führt insgesamt zu einer erheblichen Stromeinsparung der Unternehmen. Gerade die Industrie macht den Großteil des deutschlandweiten Stromverbrauchs aus, weshalb der Verbrauch insgesamt deutschlandweit erheblich sinkt.

Hinzu kommt, dass das Wetter 2020 erneuerbare Energien, wie Wind und Solarenergie begünstigt hat. Auf der einen Seite wurde also mehr Strom produziert. Auf der anderen Seite sinkt gleichzeitig der Stromverbrauch der Industrie. Das Angebot ist also größer als die Nachfrage. Das führt zu einem Überschuss an Strom im Netz. Deshalb entsteht ein sogenanntes Strompreisnegativ. Das bedeutet, dass der Stromanbieter für die Abnahme von Strom sogar bezahlt wird. Diese Preise werden allerdings in den wenigstens Fällen an den Endabnehmer weitergegeben. 

Gründe für die StrompreiserhöhungWas zunächst unverständlich erscheint: Obwohl die Preise für Strom an der Leipziger Börse sinken, erhöht sich der Strompreis gleichzeitig für den Privathaushalt.

Für viele Verbraucher erscheint das Verhältnis ungerecht. Allerdings besteht der Strompreis aus mehr Faktoren, als nur aus dem Grundpreis an der Börse. Unter anderem werden höhere Netzentgelte verlangt, die durch den Stromnetzausbau in den letzten Jahren entstanden sind. Diese Erhöhungen zahlt der Verbraucher dann bei der Stromrechnung mit. Die Werte sind vorgegeben und können von den jeweiligen Stromanbietern nicht beeinflusst werden. Lediglich die Vertriebs- und Beschaffungspreise werden von den Anbietern selbst festgelegt. Leider geben die meisten Stromanbieter den günstigeren Grundpreis der Börse gerade nicht weiter. Das ist möglich, weil zwischen Stromanbieter und Verbraucher eine Festpreisvereinbarung besteht und der Anbieter somit nicht dazu verpflichtet ist, den niedrigeren Preis den Kunden zu berechnen. Das führt dazu, dass insgesamt der Strompreis steigt. (Grafik mit Strompreisaufteilung)

Weiterer Strompreisanstieg durch erneuerbare Energien

Ökostromhersteller bekommen unabhängig vom aktuellen Marktwert einen Mindestpreis für das Einspeisen von Ökostrom. Die Differenz zwischen dem aktuellen niedrigen Strompreis und dem versprochenen Mindestpreis wird aus dem sogenannten EEG-Topf gezahlt. Dieser wiederum wird aus Zulagen finanziert, welche Teil des Strompreises sind. Somit trägt im Endeffekt der Verbraucher die Kosten.

Dieses Jahr haben Ökostromhersteller wegen der großen Menge an Sonne und Wind mehr Strom als üblich einspeisen können. Das führt wegen des Verhältnisses zum geringen Strompreis der Börse zu einem Ausschöpfen des EEG-Umlagekontos. Damit der Zuschuss für Ökostrom weiterhin garantiert werden kann, muss das Konto dann wieder aufgefüllt werden. Deshalb könnte dem Verbraucher eine zukünftige Erhöhung der Zulage drohen. Die EEG-Zulage macht 22,5 Prozent des gesamten Strompreises aus und ist somit ein großer Faktor.

Gute Nachrichten 

Trotz alledem gibt es Hoffnung für die Verbraucher. Die Bundesregierung versucht den Anstieg des Strompreises durch Corona-Konjunkturpakete abzufedern. Die EEG-Zulage soll gedeckelt werden und somit eine Erhöhung ausgeschlossen sein. Außerdem wurde beschlossen, dass auch für Strom die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt wird. Die Verbraucher profitieren besonders davon, denn die 16 Prozent sollen sogar rückwirkend für das komplette Jahr 2020 gewährt werden. Somit schmälert die Mehrwertsteuersenkung indirekt den Anstieg des Strompreises um etwa 2,5 Prozent.

Was kann ich als Verbraucher tun

Der Strompreis ist natürlich nicht von dem Einzelnen beeinflussbar. Allerdings kann man dafür sorgen, einen im Verhältnis geringen Strompreis zu zahlen. In den meisten Fällen lohnt sich ein Wechsel des Stromanbieters. Bei der Menge an Angeboten verliert man aber schnell den Überblick. Die Suche erscheint zeitaufwendig und mühsam. Deshalb ist ein Preisvergleich die beste Möglichkeit, um alle Angebote auf einem Blick zu haben. Hier können Sie kostenlos ermitteln, welcher Anbieter die für sie besten Konditionen anbietet und ob sich ein Wechsel lohnt. (Link zum Vergleichsportal)