jetzt-sparen.de

Vorsicht: Falle bei Billigstromanbietern und Bonustarifen

Zahlreiche Energieversorger locken neue Kunden mit attraktiven Prämien und Neukundenboni. Doch um bei einem vermeintlichen Schnäppchentarif nicht auf die Nase zu fallen ist Vorsicht geboten! Viele dieser Prämien- und Bonuszahlungen sind an Bedingungen geknüpft, die im Kleingedruckten oder in den AGBs versteckt sind.

Denn viele Billigstromanbieter erwirtschaften im ersten Vertragsjahr nur wenig Gewinn. Um diesen Verlust auszugleichen, werden versteckte Preiserhöhungen im nächsten Vertragsjahr eingebaut. Damit holen sich die Anbieter den ausgezahlten Bonus meist doppelt und dreifach wieder zurück. So kann aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teurer Tarif werden. Lass dich daher nicht von Lockangeboten blenden.

Falle 1: Erschwerte Kündigungsbedingung

Viele Billigstromanbieter versuchen ihre Kunden mit komplizierten Kündigungsanforderungen zu halten. Damit verpassen Kunden schnell und ungewollt eine Kündigungsfrist. So schließen einige Anbieter eine Kündigung per Fax oder Mail aus und verlangen Briefe mit Original-Unterschrift. Doch diese Vorgehensweise ist gesetzeswidrig und seit dem 1.10.2016 nicht mehr möglich. Andere Anbieter wiederum stützen sich darauf, die Kündigung niemals erhalten zu haben. Versende deine Kündigung daher immer per Einschreiben mit Rückschein. Eine weitere Masche: Mit Erhalt der Kündigung stellen unseriöse Anbieter eine Zahlung per Lastschrift auf Überweisung um. In den meisten Fällen bemerkt der Kunde dies nicht, befindet sich nun im Verzug, wird abgemahnt und eine fällige Bonuszahlung wird verweigert.

Falle 2: Keine Bonusauszahlungen

An die Auszahlung der Prämie ist in der Regel eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Eine dieser Bedingungen ist oftmals, dass der Neukunde zuvor keinen Strom von einer Tochtermarke bezogen hat. Doch die unternehmerischen Verflechtungen sind meist gar nicht so einfach zu erkennen. Insbesondere Billigstromanbieter sind oftmals mit mehreren Marken auf dem Strommarkt vertreten. Ein Anspruch auf den Wechselbonus wurde auch verweigert, sobald ein Raum im Haushalt gewerblich genutzt wurde, zum Beispiel in Form eines Arbeitszimmers. Auch sobald eine Photovoltaik- oder Wärmepumpanlage installiert wurde, wurde in einigen Fällen der Bonus nicht ausgezahlt. Zudem bekommen viele Neukunden ihre Prämie erst, sobald sie noch ein weiteres Vertragsjahr beim Anbieter bleiben. Damit wollen Billigstromanbieter einen erneuten Wechsel umgehen beziehungsweise bei vorzeitigem Stromanbieterwechsel durch Verweigerung der Bonuszahlung Profit schlagen.

Falle 3: Versteckte Preiserhöhungen

Um die Verluste des ersten Vertragsjahres auszugleichen, erhöhen viele Billigstromanbieter die Preise um bis zu 30 Prozent im zweiten Jahr. Aus einem anfänglichen Schnäppchen wird so oft ein teurer Tarif, der unter Umständen sogar die Preise des Grundversorgers übersteigen kann. Die Bekanntgabe der Strompreiserhöhung wird dabei oftmals als Newsletter getarnt oder innerhalb einer langen E-Mail derart untergebracht, dass der Kunde die Preiserhöhung glatt überliest. Doch als Kunde bist du trotzdem nicht machtlos: Im Falle einer Strompreiserhöhung steht dir ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht zu. Achte deshalb in Zukunft auf versteckte Preiserhöhungen und E-Mails mit der Formulierung „Energiemarktentwicklung und Preisanpassung“.

Falle 4: Hohe Mahngebühren

Viele Stromanbieter arbeiten mit einem Lastschriftverfahren. Die Zahlung wird automatisch von deinem Konto abgebucht und du brauchst dich um sonst nichts mehr zu kümmern. Wird eine Lastschrift aufgrund unzureichender Kontodeckung abgelehnt, verschicken viele Billigstromanbieter sogleich Mahnungen inklusive hoher Mahngebühren. Solltest du dann nicht schnell genug reagieren, trudelt oftmals ein Schreiben vom Inkassobüro mit zusätzlichen Gebühren ins Haus.

Falle 5: Schlechter Kundenservice

Probleme und Beschwerden bei Billigstromanbietern sind keine Seltenheit. Versuchst du nun, den Kundenservice zu kontaktieren, um eine Lösung zu finden, kannst du dich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Eine schlechte Erreichbarkeit und unprofessionelles Personal am Telefon sind leider gang und gäbe. E-Mails werden unregelmäßig und verzögert beantwortet und bei Problemen zeigt sich der Billigstromanbieter nur wenig kulant.

Falle 6: Kundenbewertungen mit Vorsicht genießen

In nahezu jedem Vergleichsportal findest du zu jedem Anbieter Kundenbewertungen. Doch gerade bei unseriösen Anbietern solltest du dich von guten Bewertungen nicht blenden lassen. Denn Kundenerfahrungen werden meistens am Anfang der Vertragsbeziehung abgefragt. Zu diesem Zeitpunkt kann man meist noch keine aussagekräftige Einschätzung abgeben, ob man bei dem Stromanbieter gut aufgehoben ist. Probleme entstehen in der Regel erst am Ende des Vertragsjahres.

Fazit: Kundenbewertungen sind eine gute Sache, sodass du dich durchaus daran orientieren kannst. Doch wie lautet das nette Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gerade im Bereich der Kundenbewertungen trifft diese Aussage zu. Nutze daher die Bewertungen als Informationshilfe, erkundige dich aber zusätzlich selbst über wichtige Vertragskonditionen.

Für wen sind nun Bonus-Tarife geeignet?

Um diesbezüglich eine Aussage zu treffen, muss zunächst zwischen den verschiedenen Bonusarten unterschieden werden. Während der Neukundenbonus als Rabatt auf den Gesamtpreis in der Regel erst nach 12 Monaten ausgezahlt wird, ist der Sofortbonus als eine Art Willkommensgeschenk für Neukunden innerhalb von vier bis zwölf Wochen nach Erstbelieferung verfügbar. Im Ergebnis heißt das: Tarife mit Neukundenbonus sind für all diejenigen geeignet, die viel sparen wollen, regelmäßig wechseln, aber auch das Risiko einer möglichen Bonusverweigerung kennen. Wer auf Nummer sicher gehen will und keine Lust auf einen jährlichen Preisvergleich hat, entscheidet sich für einen normalen Tarif. Einige Stromanbieter bieten aber auch Tarife an, bei dem nur ein Sofortbonus enthalten ist. Da dieser bereits kurze Zeit nach Vertragsschluss ausgezahlt wird, gibt es keine verstecke Risiken bei einem zusätzlichen Sparpotential.