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Viele Stromtarife mit Bonuszahlung im ersten Vertragsjahr werden im Folgejahr ziemlich teuer. Deshalb lohnen sich Bonustarife nur für Vielwechsler. Überlege dir bereits im Vorfeld, ob du lieber einen Stromtarif mit oder ohne Bonus haben möchtest. Entsprechend kannst du dann im Strompreisvergleich die Filtereinstellungen so anpassen, dass du Tarife mit oder ohne Boni angezeigt bekommst. Nur, wer bereit ist, jährlich den Stromanbieter zu wechseln, sollte sich für einen Tarif mit Bonuszahlung entscheiden. Warum das so ist und vor welchen versteckten Tricks du dich insbesondere bei Billigstromanbietern in Acht nehmen solltest, erfährst du in diesem Ratgeber.

Vorsicht: Falle bei Billigstromanbietern und Bonustarifen!

Zahlreiche Energieversorger locken neue Kunden mit attraktiven Prämien und Neukundenboni. Doch um bei einem vermeintlichen Schnäppchentarif nicht auf die Nase zu fallen ist Vorsicht geboten! Viele dieser Prämien- und Bonuszahlungen sind an Bedingungen geknüpft, die im Kleingedruckten oder in den AGBs versteckt sind. 

Denn viele Billigstromanbieter erwirtschaften im ersten Vertragsjahr nur wenig Gewinn. Um diesen Verlust auszugleichen, werden versteckte Preiserhöhungen im nächsten Vertragsjahr eingebaut. Damit holen sich die Anbieter den ausgezahlten Bonus meist doppelt und dreifach wieder zurück. So kann aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teurer Tarif werden. Lass dich daher nicht von Lockangeboten blenden.

Falle 1: Erschwerte Kündigungsbedingung

Viele Billigstromanbieter versuchen ihre Kunden mit komplizierten Kündigungsanforderungen zu halten. Damit verpassen Kunden schnell und ungewollt eine Kündigungsfrist. So schließen einige Anbieter eine Kündigung per Fax oder Mail aus und verlangen Briefe mit Original-Unterschrift. Doch diese Vorgehensweise ist gesetzeswidrig und seit dem 1.10.2016 nicht mehr möglich. Andere Anbieter wiederum stützen sich darauf, die Kündigung niemals erhalten zu haben. Versende deine Kündigung daher immer per Einschreiben mit Rückschein. Eine weitere Masche: Mit Erhalt der Kündigung stellen unseriöse Anbieter eine Zahlung per Lastschrift auf Überweisung um. In den meisten Fällen bemerkt der Kunde dies nicht, befindet sich nun im Verzug, wird abgemahnt und eine fällige Bonuszahlung wird verweigert. Hinweise zur Kündigung des Stromanbieters findest du hier.

Falle 2: Keine Bonusauszahlung

An die Auszahlung der Prämie ist in der Regel eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Eine dieser Bedingungen ist oftmals, dass der Neukunde zuvor keinen Strom von einer Tochtermarke bezogen hat. Doch die unternehmerischen Verflechtungen sind meist gar nicht so einfach zu erkennen. Insbesondere Billigstromanbieter sind häufig mit mehreren Marken auf dem Strommarkt vertreten. Ein Anspruch auf den Wechselbonus wurde auch verweigert, sobald ein Raum im Haushalt gewerblich genutzt wurde, zum Beispiel in Form eines Arbeitszimmers. Auch sobald eine Photovoltaik- oder Wärmepumpanlage installiert wurde, wurde in einigen Fällen der Bonus nicht ausgezahlt. Zudem bekommen viele Neukunden ihre Prämie erst, wenn sie noch ein weiteres Vertragsjahr beim Anbieter bleiben. Damit wollen Billigstromanbieter einen erneuten Wechsel umgehen beziehungsweise bei vorzeitigem Stromanbieterwechsel durch Verweigerung der Bonuszahlung Profit schlagen.

Falle 3: Versteckte Preiserhöhungen

Um die Verluste des ersten Vertragsjahres auszugleichen, erhöhen viele Billigstromanbieter die Preise um bis zu 30 Prozent im zweiten Jahr. Aus einem anfänglichen Schnäppchen wird so oft ein teurer Tarif, der unter Umständen sogar die Preise des Grundversorgers übersteigen kann. Die Bekanntgabe der Strompreiserhöhung wird dabei oftmals als Newsletter getarnt oder innerhalb einer langen E-Mail derart untergebracht, dass der Kunde die Preiserhöhung glatt überliest. Doch als Kunde bist du trotzdem nicht machtlos: Im Falle einer Strompreiserhöhung steht dir ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht zu. Damit kannst du innerhalb von 14 Tagen deinen Stromanbieter kündigen. Achte deshalb in Zukunft auf versteckte Preiserhöhungen und E-Mails mit der Formulierung „Energiemarktentwicklung und Preisanpassung“.

Falle 4: Hohe Mahngebühren

Viele Stromanbieter arbeiten mit einem Lastschriftverfahren. Die Zahlung wird automatisch von deinem Konto abgebucht und du brauchst dich um sonst nichts mehr zu kümmern. Wird eine Lastschrift aufgrund unzureichender Kontodeckung abgelehnt, verschicken viele Billigstromanbieter sogleich Mahnungen inklusive hoher Mahngebühren. Solltest du dann nicht schnell genug reagieren, trudelt oftmals ein Schreiben vom Inkassobüro mit zusätzlichen Gebühren ins Haus.

Falle 5: Schlechter Kundenservice

Probleme und Beschwerden bei Billigstromanbietern sind keine Seltenheit. Versuchst du bei Schwierigkeiten den Kundenservice zu kontaktieren, um eine Lösung zu finden, kannst du dich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Eine schlechte Erreichbarkeit und unprofessionelles Personal am Telefon sind leider gang und gäbe. E-Mails werden unregelmäßig und verzögert beantwortet und bei Problemen zeigt sich der Billigstromanbieter nur wenig kulant.

Falle 6: Kundenbewertungen mit Vorsicht genießen

In nahezu jedem Vergleichsportal findest du zu jedem Anbieter Kundenbewertungen. Doch gerade bei unseriösen Anbietern solltest du dich von guten Bewertungen nicht blenden lassen. Denn Kundenerfahrungen werden meistens am Anfang der Vertragsbeziehung abgefragt. Zu diesem Zeitpunkt kann man oftmals noch keine aussagekräftige Einschätzung bezüglich der Qualität des Stromversorgers treffen. Probleme entstehen in der Regel erst am Ende des Vertragsjahres.

Beachte: Kundenbewertungen sind eine gute Sache, sodass du dich durchaus daran orientieren kannst. Doch wie lautet das nette Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gerade im Bereich der Kundenbewertungen trifft diese Aussage zu. Nutze daher die Bewertungen als Informationshilfe, erkundige dich aber zusätzlich selbst über wichtige Vertragskonditionen.

Für wen sind Bonustarife nun geeignet?

Um diesbezüglich eine Aussage zu treffen, muss zunächst zwischen den verschiedenen Bonusarten unterschieden werden. Während der Neukundenbonus als Rabatt auf den Gesamtpreis in der Regel erst nach 12 Monaten ausgezahlt wird, ist der Sofortbonus als eine Art Willkommensgeschenk für Neukunden innerhalb von 4 bis 12 Wochen nach Erstbelieferung verfügbar. Im Ergebnis heißt das: Tarife mit Neukundenbonus sind für all diejenigen geeignet, die viel sparen wollen, regelmäßig wechseln, aber auch das Risiko einer möglichen Bonusverweigerung kennen. Wer auf Nummer sicher gehen will und keine Lust auf einen jährlichen Preisvergleich hat, entscheidet sich für einen normalen Tarif (ohne Bonus). Einige Stromanbieter bieten aber auch Tarife an, bei dem nur ein Sofortbonus enthalten ist. Da dieser bereits kurze Zeit nach Vertragsschluss ausgezahlt wird, gibt es keine versteckten Risiken bei einem zusätzlichen Sparpotential.

Hinweis: Der Neukundenbonus wird in der Regel erst 12 Monate nach Erstbelieferung ausgezahlt. Verwechsle deshalb Belieferungszeit nicht mit Vertragslaufzeit. Während die Vertragslaufzeit mit Vertragsschluss startet, beginnt die eigentliche Belieferung mit Strom meist erst deutlich später. Wenn du also den Vertrag mit deinem Stromversorger mit Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten kündigst, ist im Normalfall die Mindestbelieferungszeit von ebenfalls 12 Monaten noch nicht erreicht. Der Neukundenbonus wird möglicherweise verweigert und du gehst leer aus. Es gibt jedoch auch Stromtarife, bei denen die Bonuszahlung statt an die Belieferungszeit an die Vertragslaufzeit gekoppelt ist. Solche Angebote sind sicherer, da das Risiko der Bonusverweigerung geringer ist. Lese dir deshalb vor Vertragsschluss auch immer das Kleingedruckte durch!

So findest du heraus, ob zu dir eher ein Stromtarif mit oder ohne Bonus passt

  • jährlicher Wechsel
    Um im Folgejahr nicht auf höheren Strompreisen sitzen zu bleiben, solltest du vor allem bei Bonustarifen zu einem jährlichen Stromanbieterwechsel bereit sein. Entscheide dich deshalb nur für Tarife, bei denen eine Kündigung nach 12 Monaten möglich ist. Bonustarife mit einer Laufzeit von zwei Jahren solltest du von vornherein meiden. Um die Frist zur Kündigung des Stromanbieters nicht zu verpassen, hilft ein dickes Kreuz im Kalender.
  • Risiken kennen und bedenken
    Weiter oben haben wir dir die Tricks der Anbieter erklärt. Behalte dies bei deinem Strompreisvergleich im Hinterkopf und lass sich nicht blind von Angeboten locken. Bedenke, dass sobald die Mindestvertragslaufzeit nicht einhalten wurde (z.B. aufgrund von Insolvenz des Anbieters oder bei einem spontanen Umzug) auch dein Anspruch auf den Neukundenbonus erlischt.
  • Auszahlungsbedingungen genau prüfen
    Da Bonuszahlungen an verschiedene Voraussetzungen geknüpft sind, solltest du vor Vertragsschluss stets einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) werfen. Nur wenn die Bonusbedingungen klar und verständlich formuliert sind, solltest du den Tarif in Erwägung ziehen.

Unsere Empfehlung: Stromtarife mit Sofortbonus

Wenn du dir unsicher bist, ob ein Bonustarif das Richtige für dich ist, entscheide dich für ein günstiges Angebot mit Sofortbonus. Da der Sofortbonus innerhalb kürzester Zeit ausgezahlt wird, besteht für dich kein Risiko. Selbst bei Insolvenz des Stromanbieters oder einem spontanen Umzug bist du mit einem Sofortbonus auf der sicheren Seite. Denn die Gefahr, zu viel für den Strom bezahlt du haben, besteht hier erst gar nicht. Passende Tarife findest du in unserem Stromvergleich.